Projektmanagement

Hier kommt mein Tipp für einen kurzen und hilfreichen MOOC zu Projektmanagement, den du vielleicht übersehen könntest, weil der Titel eher in eine andere Richtung weist: Leadership Essentials for Engineers von der TU Delft auf EdX.

Der Kurs hat drei Module:

Im ersten geht es um „Effective Decision Making. Dealing with Business Complexity“. Und ihr werdet durch einen Prozess geführt, der es euch ermöglicht, in einem Business (oder auch in einem privaten) Kontext, gute Entscheidungen vorzubereiten und herbeizuführen. Der MOOC ist gestaltet von und für Ingenieure, die Strategien lassen sich jedoch unkompliziert in jede andere Domäne übertragen.

Die Kernpunkte:

Komplexe Situationen sind solche, für die es mehr als genau eine richtige Lösung gibt. Das kann etwas so simples sein, wie die Frage, wohin der nächste Urlaub gehen soll.

  1. Schritt: Identifiziere die Stakeholder (welche Personen oder Gruppen sind für eine Lösung relevant?)
  2. Schritt: Ordne die Stakeholder auf den Dimensionen „Einfluss“ und „Interesse“ zu. So könnte zum Beispiel bei einer Familien-Urlaubsentscheidung, Vater und Mutter hohen Einfluss haben. Hohes Interesse haben auch die Kinder, eventuell die Großeltern, Freunde….Vergiss nicht, dich auch selbst einzuordnen. Du als „Projektleiter“ solltest hohen Einfluss und hohes Interesse haben. Und (notfalls oder) sehr gute Verbindung und Unterstützung einer Person mit hohem Einfluss und hohem Interesse. Sowie ausreichend Ressourcen, um eine Entscheidung herbeizuführen.
  3. Unsicher, ob du alle relevanten Stakeholder identifiziert hast? Sprich mit anderen über das Thema – möglichst mit solchen, die andere Perspektiven als du vertreten. Und kategorisiere deine Stakeholder in Gruppen. Finde dann zusätzliche Kategorien und überlege, ob die auch abgedeckt sind.
  4. Sprich mit deinen Stakeholdern. Und frage sie: Was möchtest du erreichen? Warum möchtest du es erreichen? Was gehört dazu? Was noch?
    Im Beispiel: Ich will mich entspannen und aktiv sein. Weil ich so Stress abbauen kann, um dann für den Alltag wieder fit zu sein. Dazu gehört für mich Wandern und Wellness.
    Achtung: Ich will in ein Wellness Hotel in den Allgäuer Alpen fahren, ist eine Lösung – aber nicht die Antwort, die du brauchst.
    Hüte dich davor, zu schnell auf „Lösungen“ zu springen. Was du suchst sind Ziele und Kriterien, mit denen du messen kannst, ob die Ziele erreicht sind.
    Dazu musst du eventuell mehrfach nachhaken. Du musst in die Tiefe gehen und wirklich messbare Kritierien ermitteln.

    Mich hat dieses Vorgehen auch an einen Verhandlungs- oder Mediationsprozess erinnert. Denn auch dabei geht es oft darum, nochmal weiter nach hinten, nach Motiven und Zielen zu fragen, um so eventuell gemeinsame Interessen hinter vordergründigen Konflikten zu finden.
  5. Nun versuche Zukunftsszenarien zu entwickeln. Du weißt nicht, wie die Zukunft aussieht. Es gibt viele Unwägbarkeiten. Überlege, welche Faktoren für dich wichtig sind und wie sich das auf euer Projekt auswirken kann. Wie könnt ihr planen, reagieren, wenn sich die Umwelt so oder so entwickelt? Wie wahrscheinlich ist welches Szenario?
    Beispiel: Es könnte regnen oder sehr heiß sein. Euer Kleinster kann nur wenige Kilometer laufen – aber die Oma könnte ihn hüten. Die Preise in Österreich könnten sinken. Euer Auto könnte eine Panne haben.
  6. Finde über Brainstorming so viele Szenarien wie möglich. Wähle dann daraus mit einfachen Maßstäben (z. B. Wichtig/ bezahlbar) eine überschaubare Anzahl aus.
  7. Nun prüfst du Lösungsmöglichkeiten mit den in Schritt 4 ermittelten Kriterien. So kannst du objektivieren, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Möglichkeiten haben und eine Entscheidung vorbereiten, die dann von allen mitgetragen wird.

Mehr erfahren? Geh zum MOOC! Viel Spaß beim Lernen und Anwenden!

Reden, fragen, zuhören!

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