Mehr Ohren hören mehr – Reflecting Teams

In der typischen Situation Berater – Klient sind zwei Beteiligte – manchmal auch ein Paar oder Team in der Klientenrolle. Der Berater steht in der Regel allein.

Um zusätzliche Anregungen und Inspirationen in die Situation zu holen, eignet sich das sog. „Reflecting Team“. Das Setting:

Im Mittelpunkt steht weiter die Beziehung Berater – Klient. Der Berater ist prozessverantwortlich und moderiert die Situation. Er/ sie ist der alleinige Ansprechpartner für den Klienten. Das Neue: ein oder mehrere Personen beobachten das Gespräch. Auf Aufforderung des Beraters (und nur dann) geben Sie eigene Beobachtungen und Ideen und Fragen in die Situation.

Bei zwei Beobachtern kann ein Dialog der beiden stattfinden, der beflügeln kann. Bei einem Beobachter wendet sich der Berater diesem zu und nimmt Ideen auf.

Der Klient ist informiert und hört zu. Den Kontakt zum Klienten moderiert allein der Berater. Er entscheidet auch, wann die Beobachter wieder verstummen.

Wie beim Feedback sollten die Äußerungen der Beobachter von Wertschätzung der Situation getragen sein. Anders als beim Feedback bleiben konkrete Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder gar Wertungen außen vor. Es geht nicht um richtig oder falsch sondern um die Erweiterung von Perspektiven, um neue Wirklichkeiten zu entdecken.

Was ich für ein Unternehmenssetting mitnehme:

Diese Struktur als Möglichkeit einsetzen, um Gespräche, die außerhalb des Teams stattfinden, in klar strukturierter Weise ins Team zu holen. In scheinbar verfahrenen oder festgefahrenen Gesprächsverläufen jemanden dazu bitten. Und das unter klaren Regeln: Du bewertest nicht. Du spiegelst. Du wirfst Fragen auf. Du gibst Denkanstöße. Du teilst deine Wahrnehmungen mit. Vielleicht auch zu nicht sprachlichen Anteilen des Settings.

Wenn die klare Strukturvorgabe akzeptiert ist, kann das eine wunderbare Gelegenheit sein, Kritiker ins Boot zu holen. Oder – einfacher noch – sich einen Unterstützer heranzuholen. Ganz besonders dann, wenn die Beteiligten wirklich lernbereit sind.

Und: auch für den Beobachter ist das Setting eine wunderbare Lernerfahrung.

Weiterführende Links:

http://methodenpool.uni-koeln.de/reflecting/reflecting_kurzbeschreibung.html

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