Gestern Abend war ich beim Gästeabend von Markus Röder, Coach und Trainer. Bei Unisana in Köln stellt Markus ein Stressmodell vor – und gibt zahlreiche hoch konkrete Tipps, wie wir ad hoc und kurzfristig in einer Stresssituation uns helfen können – und wie wir auf den – heute leider typischen – lang andauernden Stress in hilfreicher Weise reagieren können.
Das Wissen von Markus beeindruckt – vor allem, da er es so praxisnah präsentiert. Er bringt Elemente aus NLP, Neuro-Biologie, Coaching und mehr ein und verknüpft sie vielfältig.
Ganz spannend fand ich die Erläuterungen zu den physiologischen Fakten im Hinblick auf den Blutzuckerspiegel (Stressgrundfunktion ist Energiebereitstellen – um jeden Preis). So verstehe ich nun zumindest, warum ich bei Stress immer Essen will. Und habe ein paar Ideen, was ich alternativ und besser tun kann.
Auch interessant: Der dreigeteilte 10. Hirnnerv und der Zusammenhang von Hals/ Kieferbereich und dessen Anspannung zum Stress. Da fiel mir doch gleich wieder mein heißgeliebtes Birkenbihl Video ein.
Ich durfte an einer kleinen „Mentoren“ Übung teilnehmen und spüren, wie die drei von mir selbstgewählten Mentoren- Ressourcen mich in einer antizipierten Stresssituation unterstützen.
Die Übung: Stell dir dich und deinen Stressor vor – und wie du dich in der Situation fühlst. Schau von außen auf dich und auf dein Gefühl zu dir in dieser Lage. Dann such dir aus deinem Umfeld drei Personen, die andere, hilfreiche Blickwinkel auf die Lage haben und dich unterstützen können. Positioniere sie im Halbkreis hinter dir (wobei eine jüngere Person nicht exakt hinter dir stehen sollte, das ist ein Platz für Ältere). Stell dich nacheineinander auf die drei Positionen und gib dir Ratschläge. Stell dich auf deinen eigenen Platz zurück und höre und spüre die Ratschläge und schau auf deinen Stressor und prüfe, ob sich dein Befinden verändert. Schau abschließend noch einmal, ob sich dein Gesamtbefinden verbessert hat, wenn du nun die stressvolle Begegnung antizipierst. Überlege dir dann aus der Situation eine Gedankenstütze – etwas, ein Wort, ein Gegenstand, der dich erinnern wird an deine hilfreichen Mentoren- Ressourcen, wenn du im Stress bist. Ich sage hier nur „grüne Lampe“.
Tatsächlich schaue ich nun etwas optimistischer voraus. Ich hätte mir nur etwas mehr Zeit und Ruhe zum Spüren gewünscht – zum Auswählen der Mentoren insbesondere. Dafür ist natürlich das „Vorführ“Setting nicht ideal, denn mein inneres Auswählen ist für die Zuschauenden ja nicht sichtbar.
Wenn du es selbst versuchen möchtest, empfehle ich dir die Kontaktaufnahme mit Markus. Leben ist besser als Lesen.
Später machten wir noch ein Bio-Hacking: Eine Übung für den Stressnotfall, um das Großhirn wieder zu aktivieren, wenn es vor Stress blockiert ist. (wiederholt schnelles Atmen, gefolgt von Atmenanhalten und Bewegung).
Und der simpelste Tipp: Statt zu jammern und von deiner misslichen Lage zu reden, schau nach oben, lächle und trage so zu deiner Entspannung bei.
Ich freue mich schon auf weitere Gäste-Abende von Markus.